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Age Attraction Beauty Blog

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23Oktober

BB Glow - Facial - sicher kein neuer Beauty-Trend

BB Glow, was ist das? Es werden mittels Needling-Pen´s diverse Farb-Cocktails unter die Haut gebracht, das soll der Haut zu einem ebenmäßigeren Hautbild verhelfen.

Die Beauty-Branche scheint in den letzten Jahren mehr Fragwürdiges als Fortschrittliches hervorzubringen, mit dem BB Glow Facial „rollert“ allenfalls der nächste Unsinn auf unaufgeklärte Verbraucher zu. Die Grundidee des BB Glow soll sein, mittels der in den Produkten befindlichen Farbpigmente über ein Needling-System eine Art „Semi-Permanent“-Make-Up in die Haut einzuarbeiten. Das großflächige Einbringen der „Farb-Cocktails“ unter die Haut erfolgt mittels der Needling-Pen´s. Die Wirkstoffe zusammen mit den Farbpigmenten sollen der Haut einen glänzenden Teint verleihen, dazu auch Unebenheiten, Hautunreinheiten, Akne oder Augenringe mehr oder weniger „überdecken“. Und das Beste sei, mit dem BB Glow würden wir auch kein tägliches Make-Up mehr benötigen.

BB Glow Farbpigmente sind latent gefährlich

Für die BB Glow Behandlung gibt es, soweit bekannt, keinerlei klinische Prüfungen. Die Behandlung wurde von keiner Aufsichtsbehörde, wie in den USA etwa die FDA, geprüft und freigegeben. Die größte Gefahr kommt hier sicherlich von den eingebrachten Farbsubstanzen, die für die Einbringung unter die Haut weder spezifisch hergestellt oder entsprechend geprüft sind. Die Farbpigmente können also keinesfalls als sicher eingestuft werden.

Die in den Seren verwendeten Farbpigmente sind mikroskopisch klein um gut in die Haut zu penetrieren und kein Gefühl verstopfter Poren zu erzeugen. Im Vergleich zu den Permanent Make-Up-Pigmenten sind die BB-Glow Pigmente sogar nochmals deutlich kleiner und auch nicht so dicht angeordnet, so dass die Hautfarbe in der ersten Anwendung kaum verändert wird, allenfalls soll durch mehrfaches Auftragen eine höhere Abdeckung erreicht werden.

Aus Studien zu den Tattoo-Farben ist bekannt, dass Farbpigmente, je kleiner sie sind, umso tiefer in den Körper wandern. Wissenschaftler des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR) haben in einem internationalen Forschungsprojekt nachgewiesen, dass sich nanometrische Pigmente aus Tattoo-Farbpigmenten dauerhaft in Lymphknoten ablagern können. Die Studie wurde am 12. September 2017 in der Zeitschrift „Scientific Reports“ der Nature Publishing Group veröffentlicht. (https://www.nature.com/articles/s41598-017-11721-z).

Auch wenn die gesundheitlichen Risiken der Ablagerung von Farbelementen in den Lymphknoten bis weiterhin zu den Organen noch nicht ausreichend untersucht ist, sollten halbwegs verantwortungsbewusste Kosmetikerinnen und gesundheitsorientiere Verbraucher sich zumindest der unbekannten Risiken bewusst sein, die mit dem Einbringen von Farbpigmenten einhergehen, anstatt davon auszugehen, dass die Farben sicher sind. Bei dem BB Glow geht es um ein großflächiges Einbringen von Farbpigmenten.

Erschwerend kommt hinzu, dass der Großteil der im Umlauf befindlichen Farbpigmente nicht schadstofffrei ist. Die deutsche Tätowiermittelverordnung (TäToV) gibt zwar strenge Richtlinien vor, dennoch hat Öko-Test bei der Überprüfung von Tattoo-Farben in mehr als der Hälfte der untersuchten Farben krebserregende und -verdächtige Substanzen festgestellt, wie auch mehrere Stoffe, die zum Beispiel schwere Allergien auslösen können. Für die BB-Glow Pigmente gibt es nicht einmal eine derartige Verordnung, die Produkte sind lediglich für die oberflächige Anwendung auf der Haut zugelassen.

Im Ergebnis sollten Kosmetikerinnen und Anwender also schon sehr genau hinsehen, was da im Einzelnen verwendet wird oder noch besser: Sie lassen die Finger davon.

Warum das BB Glow Facial wenig sinnvoll ist !

Von der massenhaften Anwendung der Nadelroller ist die Kosmetikbranche ja mittlerweile abgerückt, nachdem man festgestellt hat, dass die Nadelroller vor allem bei der unkontrollierten Anwendung die Haut doch mehr verletzen als zu stimulieren. Mit den nun eingesetzten Micro-Needling Pen’s werden feine Nadeln senkrecht in die Haut gestochen, durch die leichten Verletzungen sollen die Selbstheilungskräfte angeregt werden.

Für das großflächige Einbringen von Wirkstoffen und Farbsubstanzen (in der erlaubten Anwendung mit Nadeln bis 0,5mm) sind die kleinen Needling-Pens nicht wirklich gut geeignet. Die Anwendung ist aufwendig, unangenehm und birgt das Risiko von Irritationen bis hin zu Infektionen. Grundsätzlich schleusen die Needling-Pen´s allesamt nicht ein, sie perforieren lediglich die Hautoberfläche. Durch die kleinen Mikroverletzungen der Haut können Produkte ein wenig unter die Hautoberfläche gelangen - mehr oder weniger ist die Wirkstoffaufnahme nicht viel besser als durch manuelles Einarbeiten.

Das großflächige Einbringen von Wirkstoffen mit einem Needling-Pen ist im Großen und Ganzen eher ein Gemetzel auf der Haut. Die Straffungseffekte, die danach zu sehen sind und von euphorisch glücklichen Kosmetikerinnen gepostet werden, sind eher der Mikro-Verletzung und dem daraus resultierenden Reparaturmechanismus geschuldet. Dieser Mini-Effekt verschwindet auch sehr schnell wieder und erzeugt keinerlei Nachhaltigkeit. Ansonsten passiert da recht wenig, ähnlich bescheiden sind die Ergebnisse bei den Hyaluron Pen-Behandlungen. Dies kann man unter den Erfahrungsberichten im Internet nachlesen.

Für Hautunreinheiten und die irritierte Haut ist das BB Glow Facial ungeeignet

Die „halbdauerhaft“ farbliche Abdeckung spezifischer Hautprobleme wie Pigmentflecken, Rosacea, Unreinheiten oder Augenringe halte ich hautpflegerisch für den völligen Unsinn. Gewiss haben wir das Bedürfnis Hautunreinheiten abzudecken, aber dafür gibt es sehr gute Mineral-Make-Ups. Wir können sicherlich ein Hautproblem mehr oder weniger „übermalen“, aber es löst das Problem nicht - im Gegenteil, der Farbkomplex dürfte die meisten Hautprobleme sogar eher verschlimmern.

Man sollte sich auch nicht täuschen lassen, mit welcher Dreistigkeit die BB-Glow Produkte, meist von asiatischen Herstellern, beworben werden. Die Produkte werden z.B. als „medizinisch rein“ deklariert, was nicht mehr als eine lose Worthülse ist. Ein echtes medizinisch reines Produkt wäre steril und demzufolge auch etwas teuer, da der Herstellungs- und Dokumentationsprozess sehr viel aufwendiger ist. Ohnehin würde niemand ernsthaft Farbpigmente in eine medizinisch reine Form verpacken können oder wollen. „Medizinisch rein“ ist bei BB Glow Produkten überhaupt nichts.

Ich erlaube mir die Worte von der Homepage eines Vertriebs in Deutschland wiederzugeben:

„Unsere BB Glow Ampullen haben 100 % sichere und natürliche Inhaltsstoffe, sie haben das koreanischen Kosmetikzertifikat (KFDA) und sind nach EU Kosmetikverordnung EG 1223/2009 (CPNP) registriert“

WOW, das klingt ja erstmal gut! Was gibt es aus fachlicher Sicht dazu zu sagen: Bei den kurz gesichteten INCI hatte ich beispielsweise Mineralöle entdeckt, die unter der Haut eingebracht kaum als 100% natürlich und sicher zu bezeichnen sind. Das koreanische Kosmetikzertifikat ist allenfalls für die kosmetische Anwendung auf der Haut ausgestellt, wo in der Regel nicht viel passieren kann. Und als großer Marketing-Gag kommt die Produktregistrierung nach CPNP - das klingt zumindest nach etwas. Wissen die Anwender was das bedeutet? Ich denke nein! Eine CPNP Eintragung ist nichts anderes als die Erfassung des Inverkehrbringer eines Produktes in einer Datenbank. Über die Qualität oder Sicherheit eines Produktes sagt dies überhaupt nichts, rein gar nichts - also lasst Euch nicht verschaukeln.

Worauf Kosmetikerinnen achten sollten

Grundsätzlich sollte in die Haut NIE etwas eingebracht werden, was nicht explizit dafür hergestellt wurde. Vielen Kosmetikerinnen scheint gar nicht bewusst zu sein, dass sie ihre Kunden der Gefahr der Körperverletzung aussetzen, wenn sie mit Produkten arbeiten, die für die spezifische Anwendung nicht vorgesehen sind. Ein „Gemetzel“ auf der Haut ohne genaueste Kenntnis des jeweiligen Produktes ist schlicht fahrlässig und dürfte im Schadensfall von keiner Berufshaftpflicht abgedeckt sein. Ich bin mir auch sicher, dass, wenn etwas schief geht, Ihnen der koreanische Hersteller nicht viel helfen wird.

Beim Einbringen von ungeprüften Wirkstoffen über hautverletzende Verfahren, wie Dermaroller und Needling-Pen, kann es schnell zu Infektionen oder im schlimmeren Fall auch zu einer Blutvergiftung kommen. Lasst Euch also bitte nicht beirren von den zahlreichen, sehr oft auch als „Medical“ bezeichneten Ampullen und Präparaten, die es im Internet für die Pen´s zu kaufen gibt, die letztendlich doch voller Mineralöle, PEG´s und neuerdings mikrofeiner Farbpigmente gefüllt sind - was allesamt nicht unter die Haut gehört.

Speziell die etwas ambitionierteren Institute sollten sich aus meiner Sicht weiter auf die höherwertigen apparativen Verfahren konzentrieren und nicht jeder sinnlosen Anwendung hinterhergehen. Die neuen im Raum stehenden rechtlichen Regelungen, etwa aus der DIN 16708, die ja die Behandlungstiefe für das Microneedling auf maximal 0,5mm empfiehlt, sowie die ab 2020 erforderliche Zulassung für Needling-Systeme als Medizinprodukte, dürften die Micro-Needling-Systeme für Kosmetikinstitute in Zukunft gewiss nicht attraktiver machen - was ich nach meinem Dafürhalten für richtig erachte.

Falls Ihr noch Rückfragen habt, bitte gerne.

Eure Alexandra

Posted in Kosmetikbehandlung, Hautpflege, Hautbelastende Stoffe

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